Donnerstag, 15. Oktober 2015

2 Monate Schule liegen hinter mir


Das ist vermutlich mein 38437 Versuch euch über mein Leben hier zu berichten und einige Sachen in Worte zu fassen. In den ersten Wochen habe ich so eine Art Tagebuch geführt. Darin sammeln sich Einträge wie "Hatte heute einen Taco. Yammiyammi. Die Sonne hat geschienen - so wie jeden Tag." Als mir dann interessante Sachen passiert sind hatte ich wohl keine Lust mehr. Dieses Prinzip verfolgt mich seit meiner Kindheit, in meinen Tagebüchern erfährt man leider nie ob Pascal Jeremy meine Liebe denn nun auch erwidert hat, sondern immer nur ob die Spaghetti vom Vortag noch gut waren. Ich schätze das macht meine Prioritäten klar.
Auch wenn es Tage gibt, an denen ich am liebsten meine Sachen packen und auf dem schnellsten Weg nach Hause kommen würde, bereue ich meine Entscheidung nicht. Etwas das ich hier mal klarstellen möchte ist, dass Austauschjahre völlig unterschiedlich verlaufen können. Wie schnell man integriert wird oder man sich in seine Familie einlebt ist davon abhängig, wohin es einen verschlägt. Stellt euch einen Amerikaner vor, der zu einer streng katholischen Schule in einer bayrischen Kleinstadt kommt und jeden Tag mit seinen Gasteltern Ziegen und Schafe auf Berggipfeln füttern geht. Und nun einen anderen, der sein Jahr in Berlin verbringt, nachmittags mit seinen Freunden im Einkaufszentrum herumhängt und in einem großen Loft an der Hauptstraße wohnt. Irgendwann werden sie die Frage "Und, wie war Deutschland?" gestellt bekommen, doch von völlig anderen Welten berichten. Genauso ist es hier. Nur weil man sich tausende Youtube-Videos angesehen hat, weiß man noch lange nicht was auf einen zukommt. Wenn ihr also baldige Austauschschüler seid, lasst euch nicht verunsichern!
Einige Unterschiede zwischen Texas und Deutschland habe ich euch ja schon im letzten Post aufgezählt, aber jetzt kommen wir mal auf das Thema Schule zu sprechen! Wer kennt es nicht, die ersten 2 Schulwochen in Deutschland: Eine Art widerwilliger Dauerlauf. Verschiedene Räume, verschiedene Fächerreihenfolgen und bis man seinen Rhythmus gefunden hat dauert es einige Tage. (Oder in meinem Fall einige Monate.) Da Amerikaner bekanntlich in der Bildung ein wenig hinterherhängen, wird einem dies hier ganz einfach abgenommen! Die gleichen Fächer! Jeden Tag! Montag bis Freitag! Das ganze Jahr über! Jetzt denkt so mancher vielleicht "Wow, ist das nicht unbeschreiblich langweilig?" Die Antwortet lautet JA! Abwechslungsreich ist wirklich etwas anderes. In den letzten Wochen habe ich 5 Mal meinen Stundenplan geändert. Vermutlich eine natürliche Reaktion darauf, dass ich mich bei dieser Routine zu Tode langweile. Außerdem habe ich gelernt, dass es nicht auf das Fach an sich ankommt, sondern auf die Leute in den Kursen und die Lehrer, die sie unterrichten. Da ich, so wie viele von euch ja sicher wissen, Lehrerin werden will, gibt mir das einen ganz neuen Blickwinkel. Selbst Geografie kann Spaß machen, wenn man es richtig vermittelt. Was trotzdem nichts daran ändert, dass ich sogar lieber Mathe unterrichten würde als den ganzen Tag lang über Steine zu philosophieren. 
Ein weiterer, noch viel wichtigerer Faktor, der einem das Leben schwer macht, ist, dass es keine Frühstückspause gibt. Als typisch deutsches Brotbüchsenkind hofft man also, dass das Magenknurren bis zur vierten Stunde nicht lauter wird, als die Stimme des Lehrers. Danach hat man die Chance klebriges Cafeteria-Essen zu kaufen oder selbst mitgebrachtes Popcorn in der Mikrowelle zuzubereiten. 
Für gewöhnlich vergehen die letzten vier Stunden sehr viel schneller als die ersten vier, aber das ist davon abhängig in was für einer Laune sich meine Theaterlehrerin befindet. (Im Übrigen 4+4=8 Unterrichtsstunden und 3:05 Uhr hat sichs ausgeschult.)
Momentan habe ich folgende Fächer: Englisch (Das Gesprächsniveau in diesem Kurs ist niedriger, als in unserer Englisch-Klasse in Deutschland, traurig aber wahr.), Choir (Lehrerin die nichts macht aber meistens schlechte Laune hat, ist es nun weil sie vergessen hat zu Frühstücken oder weil ihre 17 Jahre alte Katze "aus dem Nichts heraus" verstorben ist.), Child Development (Momentan vergleichen wir Föten mit Obst.), US History (Da das Brotbüchsenkind in dieser Stunde mit Hunger kämpft, weiß es leider nicht was in den letzten 8 Wochen passiert ist.), Theater Arts (45 Minuten mit einer an Gefühlsschwankungen leidende Lehrerin in der Midlife-Crisis, die wohl schon so einige Schüler zum Weinen gebracht hat.), Theatre Production (- Und weil das so schön war, das Ganze gleich nochmal.), Algebra (Würg.), Earth and Space-Science (Eine meiner Lieblingsklassen, jetzt lerne ich endlich wie man Magmatische Steine von Metamorphiten unterscheidet! Ein Traum wird wahr..)
Auch wenn ich das am Anfang nie geglaubt hätte, lerne ich das deutsche Schulsystem tatsächlich zu schätzen. Es ist härter, raubt einem manchmal das letzte bisschen Freizeit und kann einem mit Physik den Tag vermiesen, aber letztendlich lernt man mehr. In Mitten von all diesen unnötigen Detaills über die Organe des Regenwurms bis hin zum Lernen einer dritten Fremdsprache, die man vermutlich nie perfekt beherrschen wird, behält man einige wichtige Sachen im Gedächtnis. Momentan habe ich hier jedoch das Gefühl, dass Informationen an mir vorbeirauschen und sich nicht so festsetzen, wie sie es sollten. Ich hoffe, dass sich das noch ändern wird. Natürlich ist nicht alles schlecht, das ist es nie! Was genau gut ist, erfahrt ihr allerdings erst im nächsten Eintrag, wenn ich mein halbleeres Tagebuch geupdatet habe. Bis dahin erst einmal danke an alle, die durch meinen letzten Facebook-Eintrag zu meinem Blog gelangt sind und sich entschieden haben erneut reinzuschauen. ♥
Bis zum nächsten Mal!

Samstag, 26. September 2015

How to be American

Hallo ihr Lieben!
Wenn man bereits über einen Monat in den USA verbracht hat und mit seinen deutschen Freunden und Verwandten in Kontakt steht, beginnen sich typische Fragen anzusammeln. Damit meine ich nicht das alltbekannte "Wie gehts dir?" oder "Na, alles klar?", sondern viel mehr amerikanische Klischees. Eines der vielen Ziele eines Austauschjahres ist es ja, diese zu wiederlegen und sich ein eigenes Bild zu schaffen. Doch Überraschung: Klischees sind keine Klischees, wenn es einen in eine texanische Kleinstadt voller Rednecks und Fastfood-Restaurants verschlägt. Hier also einige Sachen, die man wissen sollte, bevor man einen Urlaub in Burkburnett, Tx bucht.

1.Everything is bigger 

Ein Glas Milch bitte? Warum denn nicht gleich den ganzen Kanister? Moment, habe ich gerade Kanister gesagt? Die normalen Ein-Liter-Packungen sind hier eine nur selten bekannte Mythe. Aber nicht nur Milch, auch jegliche andere Lebensmittel sind auf die Bauchgröße des Durchschnittsmenschen angepasst. 

2.Mehr dicke Menschen als Sand am Strand

Um fair zu bleiben, an meiner Schule sind die meisten Mädchen extrem dünn und durchtrainiert. Lenkt man seinen Blick jedoch auf die weniger jung und dynamische Gesellschaftsschicht so wird einem bewusst "Herrje, das mit den 2000 Kalorien auf der Speisekarte war dann also doch kein schwarzer Humor..." (Die Ironie ist nämlich, dass viele Restaurants die genaue Kalorienanzahl neben die Desserts setzen. In Deutschland würde man dies wohl als ökonomischen Massochismus bezeichnen, hier allerdings interessiert es ganz schlicht und ergreifend niemanden.)

 3. Fastfood
Mein Vorsatz in der ersten Woche: Viel Obst, viel Gemüse, viel Wasser, wenn es dann Abend wurde konnte ich mir etwas typisch amerikanisches leisten, das Maß musste aber stets gewahrt werden. Drei Wochen später weiß ich Tomaten im Ketchup zu schätzen, bezeichne Cocktailkirschen als vollwertiges Obst und meinen besten Freund spreche ich mit akademischem Grad an - Dr.Pepper. (Ein Getränk das meinem Intellekt würdig ist...Lol)

4.Cowboys

Sie existieren wirklich! Männer mit Cowboyboots, Vokuhila-Frisur und heißen Country-Chicks. In Deutschland würden sie nicht viel mehr als einen schrägen Blick geschenkt bekommen, hier jedoch gehören sie zur obersten Schicht der Coolheits-Pyramide. (Dass ich Wörter wie Coolheitspyramide benutze erklärt vermutlich auch, warum ich nicht dazu gehöre.) 

5. No recycling
Wir Deutschen sind schon ein paar smarte Kerlchen. Papier zu Papier, Plastik zu Plastik und Glasflaschen werden extra entsorgt. Als ich am ersten Tag gefragt habe, wo ich meine leeren Wasserflaschen (gute alte Zeiten) entsorgen könnte, schenkte mir meine Gastmutter so einen "Herrje, das mit dem Jetlag ist ja schlimmer als gedacht"-Blick. Ihre Antwort: "Werf sie in den Müll." Jap, gleich neben alten Pizzaresten, Zeitschriften und Parfum-Flakons. Nein, wenn das Verhindern des Klimawandels bedeutet, dass man die Mühe auf sich nehmen muss Plastik von Papier zu unterscheiden, ist es Zeit einzuschreiten! Nicht mit uns! Eine Mülltüte muss reichen!


 

Montag, 7. September 2015

In zwei Tagen bin ich genau einen Monat hier!

Hey ihr :)

Ich habe meine ersten zwei Wochen Schule hinter mir! Juhu! Ja, ich glaube das ist ein Grund zur Freude, denn auch wenn man sich das Leben als Austauschschüler meist bunt und rosig ausmalt: so ist es nicht. Schule ist Schule, auch hier in den U.S.A. Hausaufgaben, Tests und Pflichtfächer wie Mathe und Geschichte machen einem das Leben schwer und noch dazu ist alles auf Englisch, sodass man in U.S. History völlig den Faden verliert und beginnt auf seinem iPad Candy Crush zu spielen. Aber hey, habe ich schon erwähnt, dass ich von meiner Schule ein iPad bekommen habe? Am Anfang dachte ich das wäre so eine Art Gelangweilte-Schüler-Rettungsprogramm, aber eigentlich soll es einem nur dabei helfen noch mehr Hausaufgaben machen zu können. "Mein Laptop ist tot und mein Handy haben die Katzen gefressen" zieht nämlich nicht mehr.
Jedenfalls war ich in der Zwischenzeit bei meinen ersten zwei Footballspielen, habe Homecoming miterlebt und bin jetzt gerade in Corpus Christi. Mein Stundenplan ändert sich fast täglich, da andauernd irgendwelche Probleme dazwischengekommen sind, also werde ich ihn erst in zwei Wochen veröffentlichen und etwas mehr dazu schreiben. Nur um sicherzugehen, dass alles so bleibt wie es ist. Die Anfangszeit ist um einiges schwieriger, als ich gedacht hätte. Nicht etwa, weil das Leben tatsächlich schlecht ist, sondern weil einem die Realität ziemlich fest ins Gesicht schlägt. In jeder Familie gibt es Auseinandersetzungen und es ist nie leicht "die Neue" zu sein, vor allem wenn man keine gleichaltrigen Gastgeschwister hat, die einen überall vorstellen. Man ist deutsch, fremd, von Mädchen wird man als Konkurrenz oder als eitel eingestuft und alle gutaussehenden Jungs sind bereits vergeben. (Und nicht nur die, auch die meisten unnatraktiven. Ich habe das Gefühl die Teenager hier kommen nicht ohne Beziehung aus, andauernd händchenhaltende, rumschlabbernde Jugendliche, würg.) Und auf einmal wird einem klar, dass "Ich möchte ein Auslandsjahr machen, um Herausforderungen zu meistern!" ein ganz blöder Spruch ist, wenn man noch nicht 100% realisiert hat, was das bedeutet. Versteht mich nicht falsch, ich bereue meine Entscheidung nicht. Aber ich möchte zukünftigen Austauschlern einen kleinen Einblick in meine Gedanken verschaffen. Trotz allem hat man diese Momente, in denen man sich unglaublich fühlt. Stolz, überglücklich und beinahe so, als würde einem die ganze Welt zu Füßen liegen. Vor allem aber lernt man die kleinen Dinge zu schätzen. Augenblicke in denen man kein Heimweh verspürt, Menschen die Interesse an einem zeigen, Gerichte die es in Deutschland nicht gibt (Salat mit Tortilla-Chips oder Peanutbutter-Jelly-Sandwiches♥) oder wenn man entdeckt, dass die Gastfamilie eine Kaffeemaschine besitzt. Und dann gibt es da die großen Dinge. So zum Beispiel mein zweites Footballspiel, bei dem ich mich das erste Mal wie eine wahre Bulldog gefühlt habe, die Aufführung unseres Homecoming Skits, an dem wir eine ganze Woche lang jeden Tag 3 Stunden lang gearbeitet haben oder unser Auflug zum Strand am Labor Day-Wochenende. Emotionen, die man nur schwer in Worte fassen kann. Dafür habe ich hier einige Bilder. Bis zum nächsten Eintrag!

Jap, hier in Texas ist es Homecoming-Tradition "Mums" zu tragen. Meine Hostmum hat an diesem und dem meiner Schwester die ganze Nacht lang gearbeitet. Dafür sieht es nicht nur kitschig, sondern irgendwie auch total süß aus. ♥


Mein erstes und einziges Homecoming-Footballspiel, bei dem ich mit Bulldog-Nase herumgelaufen bin. 





 

Und hier einige Bilder aus Corpus Christi. Die 3 Tage, die ich dort verbringen durfte, waren bisher die schönsten hier. :)

Montag, 24. August 2015

Hey Y'ALL

Zeit um meiner letzten Ferienwoche "Adieu" zu sagen. Die Party-People in Texas hatten zwar 2 einhalb Monate Ferien, fangen aber anscheinend genauso mit der Schule an, wie die deutschen 6-Wochen-Kinder. Die vergangenen Tage waren für mich ausgesprochen seltsam. In das Familienleben von anfangs völlig fremden Menschen hineinzuplatzen, die komplett anders sind als die eigene Familie, ist viel schwerer, als man sich das am Anfang vielleicht vorgestellt hat. Mehr dazu kommt aber in einem Post, der in der Entwicklungsphase steckt und den ich in den nächsten Wochen veröffentlichen will. Fakt ist aber, dass ich mich frei am Kühlschrank bedienen darf, Netflix auf meinem Fernseher habe und mein Bett bequem ist. Womit es nicht allzu schlimm wäre, wenn ich morgen keine Freunde finden sollte. Höhö. Okay,  just kidding.
Als ich das erste Mal mein Zimmer betreten habe, fand ich mich in der Gegenwart von zwei netten jungen Männern wieder, die mich mit freundlichem Lächeln willkommen hießen.



Jap, meine Hostsis war wohl mal riesiger One Direction-Fan, steckt jetzt jedoch eher in ihrer rebellischen Punk-Rock Phase. Ich gebe es ja zu, Pubertät ist seltsam. So langsam verstehe ich meine Eltern. 



Der Rest der Ferien verlief aber tatsächlich entspannt. Wir sind jeden Tag das Schaf meiner Hostsis füttern gegangen, oder haben Einkäufe erledigt. So weit so gut. Dann jedoch eröffneten mir meine Hostparents, dass sie Dauerpässe für einen der größten texanischen Freizeitparks besäßen und diese am kommenden Wochenende nutzen wöllten. Und Achterbahnen und ich passen ungefähr so gut zusammen wie Milchreis und Ketchup. Trotzdem habe ich mich überwunden und: habe einen Bullen geritten! Tätärätätä! I'm aaaaall texan.


Nein, das was ihr in meinen Augen ablesen könnt ist keine Mischung aus Panik und Hitzschock. Nein. Es ist purer Spaß... Jedenfalls behaupte ich das. :D Aber hey, ich habe mich überwunden! (Das da neben mir ist Daniel, ein anderer Austauschschüler aus Deutschland, der so wie ich in Burkburnett lebt.)

Montag, 17. August 2015

Hey zusammen!
Also, wem es noch nicht aufgefallen sein sollte, ich bin jetzt seit ca. 4 Tagen in Amerika. Ich kanns selbst noch gar nicht so richtig glauben. Aber hier bin ich also, in den United States. Und seit gestern auch endlich in Texas. Vorher gab es erstmal ein zweitägiges Orientation Camp in Washington D.C., bei dem ich die ganzen anderen Austauschschüler wiedergesehen, amerikanische Austauschschüler kennengelernt und eine Menge Zeit in Bussen verbracht habe. Beim Seightseeing waren wir am Martin Luther King-Memorial, am Lincoln-Memorial, am Weißen Haus und im National Museum of American History. Die Zeit war ziemlich begrenzt, also haben wir einen auf Durchschnitts-Touri gemacht, haben uns alles mal angesehen, aber im Großen und Ganzen nur die Bilder betrachtet.




Aber dann ging der Spaß erst so richtig los. Wer will schon Seightseeing, wenn er 12 Stunden am Flughafen verbringen kann! Aus irgendeinem Radar-Grund wurden ausgrechnet an unserem Abflugtag unheimlich viele Flüge in Washington Dulles gekänzelt und als wir dann endlich im Flugzeug saßen, durften wir nach zwei Stunden des Wartens wieder aussteigen. Am gleichen Flughafen. Der kürzeste Flug den ich je erlebt habe. Also ging es noch eine Nacht ins Hilton Hotel und am nächsten Tag konnten wir dann endlich fliegen. So richtig mit Abheben und Landen. Da ich erst seit einem Tag hier bin, kann ich noch nicht wirklich viel über meine Gastfamilie sagen. Die Gastmutter muss bereits arbeiten, da sie Lehrerin ist und diese letzte Woche zur Vorbereitung dient. Also wird der Rest meiner Ferien vermutlich eher ereignislos verlaufen. Falls es etwas neues zu erzählen gibt, melde ich mich.




Dienstag, 11. August 2015

Letzter Eintrag aus Deutschland


Das ist er also. Mein letzter Eintrag, den ich in Deutschland schreibe und aus Deutschland veröffentliche. Nachdem ich tausende Themen gesammelt habe, über die ich berichten könnte, habe ich mich für etwas völlig anderes entschieden. Und zwar erzähle ich euch ganz einfach, wie es mir generell so geht. Wuhu. Swag overload. Diese Bevor-man-Austauschschüler-wird-Zeit ist schon eine sehr seltsame. Ständig entstehen um einen herum Gespräche wie folgendes:



*Zahnarzt fuchtelt mit seltsam aussehenden Geräten in meinem Mund herum*

Ich:gurgelwürggurgel

Zahnarzt: Ich habe von deiner Mutter gehört, dass du ein Jahr in die USA gehst!

Ich: gurgelwürgmurmelgurgel

Zahnarzt: Das ist ja wirklich interessant! Hast du da nicht wahnsinnige Angst dick zu werden?

Ich: gurgelnajagurgel

Zahnarzt: Wobei, vielleicht eher erschossen zu werden, nicht wahr? Dort haben sie schließlich alle Waffen. Und wenn man da mal einen Fehler macht...nicht auszudenken.

Ich: gurgelgurgelhilfegurgelwürg

Zahnarzt: Na ja, letztendlich sind es ja nur 10 Monate. Die gehen ja zum Glück schnell vorbei. Da musst du dir keine Sorgen machen, falls du keine Freunde finden solltest. Mein Neffe war auch ein viertel Jahr dort, irgendwann hatte er so Heimweh, dass er zurückgeflogen kam..

Ich: gurgeljsnsjbgurgel

Zahnarzt: Und die Arztrechnungen dort drüben! Werd bloß nicht krank und schon deine Zähne gut! Aber moment, bei all dem Fastfood...Das wird wohl nicht werden, lach lach.

Ich: gurgelwürggurgeljsbjchbdjs

Zahnarzt: Aber USA, das ist schon toll, wie in den ganzen Filmen! Aber verlieb dich besser nicht, du siehst den jungen Mann dann schließlich fast nie wieder. Daran zerbrechen Beziehungen sehr schnell.

Ich: gurgelwürggurgelhsbchbjna

Zahnarzt: So, das wärs dann! Schöne Zähne hast du, viel Spaß bei deinem Austauschjahr!

Jap, eine Zeit des endlosen Smalltalks, der nervigen Klugscheißer-Tipps und Geschichten der großgroß Neffen die vor 32 Jahren mal ein Austauschjahr in Uganda verbacht haben. (Denn das ist ja fast das gleiche.) Aber selbstverständlich möchte jeder Anteil nehmen...Und hat jede Menge schlaue Sprüche auf Lager. Man lebt in dieser Bald-bist-du-weg-Welt und muss sich nebenbei auf Hausaufgaben, nervige Mathetests und Endjahresaufgaben konzentrieren. Außerdem will man natürlich jede Minute mit seinen Freunden genießen. Von denen ich nun für eine Weile Abschied nehmen musste.(An dieser Stelle eine riesig fette Umarmung an die beiden Wondergurls, die meinen Abschiedsbrunch möglich gemacht haben, ihr seid die besten Freunde, die man sich wünschen kann!) Wobei wir auch schon wieder bei den Vorteilen wären! Torte, Cakepops und Zimtschnecken!





(Ja, Fast-Austauschschüler zu sein ist sehr lecker.)


Als Mädchen hat man dann noch irgendwann die Anstrengung von geliebten Kleidungsstücken Abschied zu nehmen..("Doch, ich brauche diese extrem fette Winterstrickjacke in Texas! Was mach ich denn, wenn doch mal plötzlich Minusgrade hereinbrechen sollten...") Im Gegensatz zu vielen anderen, die ihren Koffer schon fünf Tage vor Abflug fertig gepackt haben, kam bei mir die Motivation (und die glorreiche Panik) erst in den letzten 24 Stunden. Auf einmal bemerkt man, dass es bald über den Teich geht. Das Herz pocht von der einen auf die anderen Minute wie wild und beruhigt sich, sobald man abgelenkt ist, auch wieder genauso schnell. Denn so richtig realisieren, werde ich es vermutlich erst im Flieger. Generell ist es eine Zeit des ständigen Gefühlsaufundabs. Es beginnt, wenn die tiefgründigen Gurgelwürg-Gespräche mit dem Zahnarzt einsetzen und endet... nun ja, um ehrlich zu sein weiß ich das nicht. Wird die Aufregung jemals enden? Immerhin beginnt die Achterbahn ab jetzt erst so richtig. Aber ich denke, dass ich bereit bin. Und wenn ich eine Antwort habe, werde ich euch garantiert davon berichten. 
 P.S. Anastasia Archangelski ist geil.

Donnerstag, 2. Juli 2015

Happy as a clam at high tide

Ich kann es selbst noch gar nicht richtig glauben, aber ich habe endlich meine Gastfamilie! Vater, Mutter, Kind, Katze, Katze und (Überraschung) Katze Nummer 3. Was will man mehr? Und noch dazu erfüllt sich mein Traum  etwas völlig neues kennenzulernen... denn für mich geht es nach Texas!
Eigentlich hatte ich mir geschworen keine Vorlieben zu entwickeln und neutral zu bleiben, denn letztendlich hat man keinen Einfluss darauf, wohin es einen verschlägt. Aber mal im Ernst, hätte es eine Favorite-states-Liste gegeben, wäre Texas nicht Teil davon gewesen. Über allem stand für mich jedoch der Gedanke eine Herausforderung annehmen zu wollen und etwas absolut unbekanntes und unerwartetes zu erfahren. Und als ich festgestellt habe, dass dies mehr als 100% zutrifft hätte ich gar nicht glücklicher sein können. Nennt mich verrückt, aber ich habe das Gefühl, dass dieses Jahr der Wahnsinn wird!  Egal, ob im positiven oder im negativen Sinne. 


Ich komme in eine typisch amerikanische Kleinstadt, die sich direkt an der Grenze zu Oklahoma befindet, somit also am Red River. Die nächstgroße Stadt ist nicht weit entfernt (halbe Stunde soweit ich weiß). Der Traum meiner Eltern mich mitten in der Prärie wiederzufinden ist somit wie eine Seifenblase zerplatzt. Gott sei Dank. Kuhscheiße steht mir nicht.



Über meine Schule weiß ich noch nicht wirklich viel. Die Website und ich verstehen uns nicht sonderlich gut. Aber das Maskottchen ist eine Bulldogge. Willkommen in meiner Welt, andere werden also anmutige Panther, Tiger, Löwen...oder wasweißichdennwas und ich werde eine Bulldogge. Was natürlich irgendwie auch ganz cool ist.Wuff.